Lingener SPD unterstützt Krone als OB-Kandidat – EINSTIMMIGER BESCHLUSS

7. Januar 2018

Die Vorsitzenden der SPD-Ortsvereine Brögbern und Baccum, Wolfgang Talle und Reinhold Hoffmann, gratulierten Lingens parteilosem Oberbürgermeister Dieter Krone zur Unterstützung der Sozialdemokraten bei der nächsten OB-Wahl ebenso wie Stadtverbandsvorsitzender Andreas Kröger (von links). Foto: Wilfried Roggendorf

Bericht:NOZ-W. Roggendorf Der SPD-Stadtverband Lingen wird den parteilosen Lingener Oberbürgermeister Dieter Krone bei seiner Kandidatur für eine zweite Amtszeit unterstützen. Dies hat die Mitgliederversammlung der Lingener Sozialdemokraten einstimmig am 4. Januar 2018 beschlossen.

Vor 33 von 210 Lingener Sozialdemokraten aus den Ortsvereinen Lingen, Brögbern und Baccum, die im SPD-Stadtverband Lingen zusammengeschlossen sind, zog Krone eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit und gab einen Ausblick auf seine Pläne, falls er am 22. April 2018 wiedergewählt werden sollte.

Haushalt stabilisiert

Der Oberbürgermeister betonte, dass es gelungen sei, den städtischen Haushalt zu stabilisieren. „ Heute haben wir einen Ergebnishaushalt mit sattem Plus und eine Rücklage von 25 Millionen Euro “, sagte Krone. Es sei allerdings in der Verwaltung nicht immer leicht gewesen, „ein Projekt auf links zu drehen“, damit der Kostenrahmen auch eingehalten werde. Er habe die Wirtschaftsförderung zur Chefsache im Rathaus gemacht. In den Jahren 2017 und 2018 würden Unternehmen rund 450 Millionen Euro in die heimische Wirtschaft investieren, erklärte Krone.

2010 sei er auch mit dem Ziel, den Altenlingener Forst zu schützen, angetreten. Heute investiere die Raffinerie auf der damals gerodeten sechs Hektar großen Fläche 50 Millionen Euro. „Kaum im Amt, bin ich 2010 dafür von allen kritisiert worden“, behauptete der Oberbürgermeister. Er habe sich damals in dieser Frage ziemlich allein und einsam gefühlt. Doch weitere Flächen seien dort nicht, wie von manchem befürchtet, gerodet worden.

„Lili“-Bus wichtigstes Infrastrukturprojekt

Auch bei der Einführung des „Lili“-Busses seien nahezu alle skeptisch gewesen. Doch der Modellversuch mit den beiden Linien nach Brögbern und in den Gauerbach habe gezeigt: „Die Lingener sind eingestiegen.“ Daraufhin habe die CDU vorgeschlagen, das Streckennetz auf alle Orts- und Stadtteile auszuweiten. SPD-Geschäftsstellenleiter Carsten Primke betonte, dass die Sozialdemokraten, unter anderem mit einer Unterschriftenaktion, die CDU „dahin geschubst“ habe. Krone bestätigte dies und erklärte, dass der „Lili“-Bus das wichtigste Infrastrukturprojekt seiner bisherigen Amtszeit sei, da er von jedem Bürger genutzt werden könne.

Krone: Aus Sicht eines Bürgers schauen

Krone erklärte, nach wie vor aus der Sicht eines Bürgers schauen zu wollen, wie man die Stadt Lingen neu aufstellen könne. Er wolle sich in den nächsten Jahren intensiv mit dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschäftigen. Dazu gehöre auch, dass die Betriebe ihre Mitarbeiter anständig bezahlen müssten. Die Integration von Flüchtlingen sei ein weiteres Ziel, auch vor dem Hintergrund des Arbeitsmarktes. Es gebe unter ihnen, „wie bei uns Deutschen auch, solche und solche“, erklärte der Oberbürgermeister unter dem Applaus der Genossen.

Ehrenamt stärken

Die Stärkung des Ehrenamtes steht ebenfalls auf Krones Agenda. „Das Ehrenamt ist ein wesentliches Gebilde zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aber ich merke, dass hier etwas wegbricht“, sagte Krone. Ehrenamtliches Engagement verdiene mehr als nur einen „feuchten Händedruck“. Krone plant, eine Lingener Ehrenamtskarte einzuführen, mit der öffentliche Einrichtungen in der Stadt verbilligt genutzt werden könnten.

Ideen zwischen Parteien austarieren

Krone erklärte, dass es ihm wichtig sei, Vertrauen zu schaffen. „Wir sind als Verwaltung Dienstleister am Menschen. Wenn etwas nicht geht, müssen wir erklären, warum nicht“, betonte er. Verbiegen brauche er sich in der Politik nicht. „Ich sage, was ich meine und will abends auch noch in den Spiegelschauen können.“ Ideen tariere er zwischen allen Parteien aus und besuche auch regelmäßig die Fraktionssitzungen – die der Bürgernahen allerdings nur auf besondere Einladung.

Stefan Wittler erklärte, dass Krone sich als parteiloser Oberbürgermeister Mehrheiten im Rat besorgen müsse. „Und die sucht man verständlicherweise nicht bei der Opposition“, sagte der SPD-Ratsherr. Ihm sei ein parteiloser Oberbürgermeister lieber, als einer mit CDU-Parteibuch. Diese Meinung hatten auch die anderen Genossen, die an der Mitgliederversammlung teilnahmen, und sagten Krone einstimmig die Unterstützung der SPD zu