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SPD ZU BESUCH: Auch „Pflege daheim“ in Lingen merkt Nachwuchsmangel

19. Juli 2018

SPD-Fraktionsmitglieder besuchten die Residenz am Telgenkampsee. Leiterin Christel Kruse, Schwester Doris, Simon Kruse und Schwester Viktoria (3. bis 6 von links) berichteten über ihre Arbeit im Pflegeberuf. Foto: Johannes Franke

Von Johannes Franke, Lingener Tagespost:  Einen positiven Eindruck nehmen die Mitglieder der SPD-Fraktion vom ambulanten Pflegedienst „Die Pflege daheim“ am Hainbuchweg 12 in Lingen mit. Weniger positiv blickt jedoch Christel Kruse, Leiterin des Pflegedienstes in die Zukunft. Sie bemängelt den fehlenden Nachwuchs an Pflegepersonal.

„Weil der Mensch den Menschen braucht“, heißt es im Internetauftritt des Pflegedienst-Teams unter der Leitung von Christel Kruse. 15 Kommunalpolitiker konnten sich darüber ihr eigenes Bild machen. „In dieser Seniorengemeinschaft haben die Menschen ein Zuhause mit Herz“, fasst Bernhard Bendick, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, den 90-minütigen Besuch zusammen. 27 bis 30 Personen werden in der Wohnresidenz am Telgenkampsee rund um die Uhr betreut. 54 Mitarbeiter kümmern sich im Haus und im ambulanten Pflegedienst um 120 Patienten. „Ab sechs Uhr morgens besuchen wir fünf Mal am Tag die zu pflegenden Personen mit den verschiedensten Krankheitsbildern“, sagt Martina Lippert.

Zu jeder Tages- und Nachtzeit

 

In der Seniorenwohnanlage sorgen unter anderem Simon Kruse, Schwester Doris und Viktoria und weitere Mitarbeiter für die Vollpflege. „Unsere Bewohner in ihren angemieteten Zimmern und Wohnungen zwischen 20 bis über 50 Quadratmeter werden ‚all inclusive‘ betreut und versorgt“, betont Schwester Doris. Zu jeder Tages- und Nachtzeit sei jemand vor Ort. Die meisten nähmen im Speiseraum die Mahlzeiten gemeinsam ein. Das Team böte Einzelbeschäftigung, Gedächtnistraining, gemeinsame Unterhaltungs- und Bastelstunden, Ballspiele, Bastelstunden, Spaziergänge und mehr an.

Kein Nachwuchs beim Personal

Das Haus sei voll belegt, die Warteliste lang. „Wir bieten attraktive Tagesprogramme, haben ein sehr gutes Betriebsklima und sind froh, dass keiner geht. Es bewirbt sich niemand und ich weiß nicht, wer in zehn Jahren noch pflegen soll“, schaut Christel Kruse eher pessimistisch in die Zukunft. Es passe nicht, Krankenschwestern, Arzthelferinnen und Pflegepersonal zusammenzuführen. „Die Motivation der Leute ist wichtig“, betont sie. Studieren möchten sie alle, „aber an der Front möchte keiner mehr arbeiten“, beklagt Schwester Viktoria.

Bis zum letzten Atemzug

Zu verbessern gäbe es auch einiges in der Stadt Lingen. Die Parkplatzsituationen in der Innenstadt sind „eine Katastrophe“, weiß Simon Kruse. „Wir müssen Gebühren zahlen und weite, zeitaufwändige Wege gehen, um unsere Patienten zu betreuen“, klagt er. Die Zusammenarbeit mit den Hausärzten und dem Krankenhaus klappe relativ gut. Nicht immer wohnen Angehörige vor Ort oder in der Nähe. „Viele Bewohner sind hier verwurzelt und wollen nicht umziehen“, berichtet Christel Kruse. Somit begleitet das Team die Menschen bis zum letzten Atemzug – wenn es keine Angehörigen gibt oder sie weit entfernt wohnen. Es sei ein sehr emotionaler Beruf, aber einer, „indem wir meistens ein positives Feedback erhalten“, freut sich Simon Kruse. Das gebe allen Energien und die Motivation, trotz der großen Belastungen täglich weiterzumachen, die Arbeit mit Freude und Verantwortung auszuführen.

Ihre positiven Eindrücke wollen die SPD-Fraktionsmitglieder mitnehmen und in den entsprechenden Gremien vorstellen. „Vieles ist gut, aber wir wollen als Kommunal- und Kreistagspolitiker mit dafür sorgen, dass es noch besser wird“, bedankte sich Edeltraut Graeßner im Namen der SPD-Fraktion.