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SPD-Fraktion in Lingen: Lärmschutz in Brögbern endlich umsetzen

31. Juli 2020

Vor Ort an der Ulanenstraße schauten sich die SPD-Vertreter die einzelnen Problemfelder an. Foto: SPD-Lingen

Bericht von T. Pertz von der NOZ: Die Lingener SPD-Stadtratsfraktion hat ihre Forderung nach Lärmschutz-maßnahmen an der B213 in Brögbern in Höhe der Heinrich-Voß-Straße bekräftigt. Im Gespräch mit der Redaktion kritisierten die Fraktions-vorsitzende Edeltraut Graeßner und ihre Kollegen Andreas Kröger und Hermann-Otto Wiegmann, dass die seit Jahren geforderte Maßnahme nicht schon längst realisiert sei.

Die Forderung steht im Zusammenhang mit der Ablehnung der geplanten Aufstufung der Ulanenstraße zur Bundesstraße durch den Ortsrat Brögbern. Auch der Ortsrat Holthausen hatte so entschieden, der Ortsrat Altenlingen hatte den Punkt von der Tagesordnung gesetzt. Die Gremien in Holthausen und Altenlingen begründeten dies mit verkehrlichen Forderungen in ihren Ortsteilen. Mit einer Aufstufung der Ulanenstraße zur Bundesstraße möchte die Stadt Lingen den Stadtteil Damaschke vom Durchgangsverkehr entlasten. 

Schon 2011 Mittel gefordert

 

Graeßner kritisierte die Ablehnung durch die Ortsräte, hatte aber, was die Forderung nach mehr Lärmschutz anbelangt, für die Haltung in Brögbern auch Verständnis. Sie und Kröger erinnerten daran, dass ihr Fraktionskollege Bernhard Bendick bereits bei den Haushaltsberatungen im März 2011 Mittel in Höhe von 150.000 Euro für Lärmschutzmaßnahmen in Brögbern gefordert habe. „Nichts ist seitdem geschehen“, kritisierte Wiegmann, ebenfalls Mitglied im Brögberner Ortsrat.

Besser wäre es nach Auffassung  seiner Fraktionskollegen im Stadtrat allerdings auch gewesen, wenn der Ortsrat Brögbern mehr den Schulterschluss zur Bürgerinitiative in Damaschke gesucht hätte, die seit Jahren Lösungen für die Verkehrsbelastung im Stadtteil einfordert.

“Kirche im Dorf lassen”

Völlig unverständlich ist den Sozialdemokraten aber die Haltung der Ortsräte in Holthausen und Altenlingen. Zwei Millionen Euro für zusätzliche Brücken für Radfahrer auf der Ulanenstraße auszugeben, sei nicht nachvollziehbar. „Hier sollten wir die Kirche im Dorf lassen“, meinte Graeßner. Sie schlug vor, auf der Ulanenstraße Hinweisschilder für Radfahrer aufzustellen, dass der Radweg in wenigen 100 Metern ende. Alternativrouten für Radfahrer seien vorhanden.Kein Verständnis hatten die SPD-Vertreter auch für die Forderungen aus Altenlingen. Die geforderte Ausbesserung der Straße Im Brooke sei sicherlich berechtigt, meinte Kröger. Dies habe aber mit der Aufstufung der Ulanenstraße nichts zu tun.

Kröger: Stadtteile ohne Lobby

Nach seiner Auffassung wird an diesen Beispielen deutlich, dass die Stadtteile keine Lobby in der Stadt haben – anders als die Ortsteile. „Man muss als Ortsbürgermeister auch einmal den Blick auf die ganze Stadt Lingen werfen“, meinte Graeßner. Eigene Interessen zu vertreten, sei in Ordnung, aber nicht auf die Art und Weise, wie gerade geschehen. „Das war wenig solidarisch mit den anderen“, sagte die Fraktionsvorsitzende.

Weiter gehen die Beratungen zum Thema Aufstufung der Ulanenstraße nach der Sommerpause in einer gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Bauausschusses sowie des Verkehrsausschusses der Stadt Lingen. Diese findet am Mittwoch, 30. September, um 16 Uhr in der Halle IV an der Kaiserstraße statt.

Kommentar von T. Pertz der die Situation auf den Punkt trifft: Die Interessen der ganzen Stadt vertreten.

Wenn am 30. September die Fachausschüsse erneut über die Aufstufung der Ulanenstraße zur Bundesstraße beraten, welches Szenario wäre wünschenswert?

Erstens: Die Bürger im Ortsteil Brögbern bekommen eine verbindliche Zusage, dass der Lärmschutzwall in Höhe der Heinrich-Voß-Straße endlich realisiert wird. Die Verkehrsbelastung dort auch durch Schwerlastverkehr ist unbestritten. Zweitens: Die Holthausener verzichten auf die in keinem Verhältnis zu den Kosten stehende Forderung nach Verlängerung des Radweges auf der Ulanenstraße. Damit würden sie gleichzeitig den Beweis antreten, dass ihr Ortsrat weiterschaut als bis zum eigenen Kirchturm. Das gilt drittens auch für die Altenlingener, die ihre Anliegen ebenfalls mit dem Thema Ulanenstraße vermengen. Das sollten sie lassen. 

Das Problem für die CDU im Stadtrat: Die Basis für ihre politische Mehrheit liegt gerade in den Ortsteilen. Die will sie nicht verlieren. Nächstes Jahr sind Kommunalwahlen. 

Der Stadtrat heißt jedoch nun mal deshalb so, weil er die Interessen der ganzen Stadt vertritt. Dazu gehören selbstverständlich auch die Ortsteile. Aber nicht nur sie.